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Published on

October 21, 2026

TYPO3 zu Webflow migrieren: Ablauf, Kosten und Fallstricke

Yannik Moll

CEO

Table Of Contents

TYPO3 ist im DACH-Raum eines der verbreitetsten Content-Management-Systeme, auch bei vielen etablierten B2B-SaaS-Unternehmen. Die Website wurde vor fünf oder zehn Jahren aufgesetzt, als TYPO3 die naheliegende Wahl für einen professionellen Webauftritt war. Heute hat sich das Setup verändert: Das Marketing will Landingpages für Kampagnen am selben Tag launchen, neue Feature Pages zum Produkt-Release live bringen und Positioning-Tests fahren. Und jede dieser Änderungen landet als Ticket im Dev-Backlog.

Spätestens wenn das nächste Major-Upgrade ansteht, rechnen viele SaaS-Teams durch, ob sich der Aufwand noch lohnt. Dieser Artikel hilft bei genau dieser Entscheidung und zeigt, wie ein Wechsel von TYPO3 zu Webflow abläuft, ohne Rankings und Pipeline zu riskieren. Er basiert auf Relaunches für über 120 Software-Unternehmen, darunter Migrationen von TYPO3-Websites mit mehreren hundert Seiten. Den allgemeinen Ablauf beschreiben wir in unserem Website-Relaunch-Guide für SaaS. Hier geht es um das, was bei TYPO3 anders ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Trigger ist meist ein Upgrade. TYPO3 v12 bekommt seit Mai 2026 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr, v13 nur noch bis Ende 2027. Steht ohnehin ein Major-Upgrade an, rechnet den Wechsel als Alternative mit.
  • Webflow ist für die Marketing-Website, nicht für die App. Das typische SaaS-Setup trennt Marketing-Website, App und Help Center. Webflow übernimmt den ersten Teil, und zwar so, dass euer Marketing ohne Entwickler arbeitet.
  • Ihr portiert nicht, ihr baut neu. TypoScript, Extensions und Backend Layouts haben kein direktes Gegenstück. Der Content zieht um, die Logik wird in Components und CMS Collections neu gedacht.
  • Der Aufwand hängt vom Content-Setup ab. Strukturierte Datensätze sind schnell migriert, individuell gebaute Einzelseiten bedeuten Handarbeit.
  • TYPO3-URLs brauchen eigene Redirect-Regeln. .html-Endungen, Sprachparameter und alte index.php-Links müssen vollständig abgedeckt sein, sonst verliert ihr Rankings und Backlinks.

Upgrade, ELTS oder Wechsel?

TYPO3 hat einen festen Release-Rhythmus: Etwa alle 18 Monate erscheint eine neue LTS-Version, die rund drei Jahre lang kostenlos mit Updates versorgt wird. Danach bietet die TYPO3 GmbH kostenpflichtigen Extended Long Term Support (ELTS) an. Für euch heißt das: Alle paar Jahre steht eine Entscheidung an, die Budget und Dev-Kapazität bindet.

VersionStatus (Stand Oktober 2026)Was das für euch bedeutet
TYPO3 v11 und älterNur ELTS Kostenloser Support beendetIhr zahlt bereits für Security oder lauft ohne Updates. Handlungsbedarf ist akut
TYPO3 v12Nur ELTS Kostenloser Support seit 30. April 2026 beendetUpgrade, ELTS oder Wechsel muss jetzt entschieden werden
TYPO3 v13Bis Dez. 2027 Sicherheitsupdates bis Ende Dezember 2027Noch gut ein Jahr Runway. Ideal, um einen Wechsel sauber zu planen
TYPO3 v14Bis Juni 2029 Aktuelle LTS seit April 2026Kein Zeitdruck. Ein Wechsel lohnt nur, wenn TYPO3 eurem Marketing im Weg steht

Die drei Optionen im Überblick:

  • Upgrade auf die nächste LTS-Version. Sinnvoll, wenn euer Team gut mit TYPO3 arbeitet und ihr Funktionen nutzt, die in Webflow schwer abzubilden sind. Rechnet aber realistisch: Upgrades laufen schrittweise von einer LTS-Version zur nächsten, und jede Extension muss kompatibel sein oder ersetzt werden. Wer von v11 kommt, hat mehrere Upgrades vor sich, und jedes davon blockiert Dev-Kapazität, die ihr lieber ins Produkt stecken würdet.
  • ELTS buchen. Kauft Zeit, löst aber nichts. ELTS ist eine gute Brücke, wenn ein Relaunch bereits im Scope ist und nur nicht rechtzeitig fertig wird.
  • Wechsel zu Webflow. Sinnvoll, wenn eure Website vor allem Marketing-Website ist und euer Team heute für jede neue Landingpage oder Feature Page auf Entwickler oder Agentur wartet. Dann zahlt ihr mit dem nächsten Upgrade für ein System, das eure Time-to-Launch weiter bremst.

Unsere Faustregel: Steht ohnehin ein größeres Upgrade an, holt euch für beide Wege ein Angebot und vergleicht die Total Cost of Ownership über drei Jahre, nicht nur die Projektkosten. Wie ihr das rechnet, steht weiter unten im Abschnitt zu Kosten und Dauer.

Welche Art von Relaunch ist euer TYPO3-Wechsel?

Ein Wechsel von TYPO3 zu Webflow ist immer mindestens eine Plattform-Migration. Die entscheidende Frage ist, was ihr zusätzlich verändert, denn davon hängen Risiko, Aufwand und Kosten ab:

Relaunch-TypWas sich ändertSEO-Risiko
Plattform-MigrationNur das CMS. Design, Inhalte und URLs bleibenNiedrig Oft sogar ein Uplift durch bessere Technik
Design-RelaunchCMS und Design. Inhalte bleiben 1:1Niedrig Solange die Templates keine Inhalte verlieren
Komplett-RelaunchCMS, Design, Inhalte und SeitenstrukturMittel bis hoch Je nachdem, wie kontrolliert ihr vorgeht
DomainwechselZusätzlich die DomainSehr hoch Gehört in die Hand einer SEO-Agentur

Viele SaaS-Teams wollen mit dem Wechsel gleich alles neu machen: neues Design, neue Copy, neues Positioning. Das ist verständlich, aber riskant. Wenn sich alles gleichzeitig ändert, könnt ihr hinterher nicht mehr sagen, was einen Ranking- oder Conversion-Verlust ausgelöst hat. Wir empfehlen deshalb meist, gut rankende Pages zuerst 1:1 zu migrieren und erst nach dem Launch zu optimieren. Was die vier Typen im Detail bedeuten und wie ihr den richtigen wählt, erklärt unser Website-Relaunch-Guide für SaaS.

Wann Webflow passt und wann nicht

Webflow ist kein besseres TYPO3. Es ist ein anderes Tool für einen anderen Job: eine Marketing-Website, die das Marketing-Team selbst weiterentwickeln kann. Bevor ihr über den Ablauf nachdenkt, prüft deshalb ehrlich, ob euer Setup dazu passt.

Das typische SaaS-Setup

Bei den meisten SaaS-Unternehmen besteht der Webauftritt aus drei Teilen, die unterschiedliche Anforderungen haben:

  • Marketing-Website (domain.de): Homepage, Product und Feature Pages, Use Cases, Pricing, Case Studies, Blog. Hier zählen Time-to-Launch, Conversion und SEO. Das ist der Job von Webflow.
  • App (app.domain.de): Login, Onboarding, das Produkt selbst. Sie gehört nie ins Website-CMS, sondern bleibt Teil eures Produkts.
  • Help Center und Docs (help.domain.de oder docs.domain.de): Artikel, API-Dokumentation, Suche. Dafür gibt es spezialisierte Tools, die besser zu Support und Produkt passen als ein Website-CMS.

In vielen TYPO3-Installationen ist diese Trennung nie sauber passiert. Dort liegen Kundenbereich, Downloads für Bestandskunden und Dokumentation mit in der Marketing-Website. Eine Migration ist der richtige Moment, das zu entflechten.

Warum Marketing-Website und Produkt getrennt gehören

Die Trennung ist keine technische Spielerei. Sie entscheidet darüber, wie schnell euer Marketing arbeiten kann und wie sicher euer Produkt läuft:

  • Unterschiedliche Release-Zyklen. Das Marketing will täglich iterieren: neue Landingpages, Copy-Tests, Feature Pages zum Launch. Das Produkt shippt in geplanten Releases mit QA. Liegt beides in einem System, landet das Marketing im Release-Zyklus der Entwicklung, oder jede Website-Änderung wird zum Risiko fürs Produkt.
  • Unterschiedliche Owner. Die Marketing-Website gehört dem Marketing, App und Docs gehören Product und Engineering. Getrennte Systeme machen diese Ownership klar, und niemand muss für eine neue Headline ein Ticket im Engineering-Backlog aufmachen.
  • Jedes Tool ist für seinen Job gebaut. Ein Website-CMS ist auf SEO, Conversion und Ladezeit optimiert, eine App auf Funktionalität, ein Help-Center-Tool auf Suche und Support. Ein System, das alles können soll, macht keinen der Jobs richtig gut.
  • Weniger Risiko. Login, Kundendaten und Produktlogik gehören nicht in ein Marketing-CMS. Getrennte Systeme verkleinern die Angriffsfläche, und ein Problem auf der Website legt nicht gleichzeitig das Produkt lahm.
  • Sauberes SEO und Tracking. Marketing-Pages sind schlank, indexierbar und auf Rankings ausgelegt, App-Seiten bleiben aus dem Index. Und euer Funnel lässt sich klar messen: Website, Sign-up, Aktivierung, mit einer definierten Übergabe zwischen den Systemen.

Webflow passt gut, wenn:

  • eure Website vor allem Product, Features, Use Cases, Pricing, Case Studies, Blog und Gated Content zeigt,
  • euer Marketing neue Landingpages, Feature Pages und Kampagnen selbst launchen soll, ohne Dev-Tickets,
  • ihr eine überschaubare Zahl an Sprachen habt, die in Unterverzeichnissen derselben Domain liegen,
  • CRM, Marketing Automation, Demo-Booking und Tracking die wichtigsten Integrationen sind,
  • ihr Hosting, Updates und Security-Patches nicht mehr selbst verantworten wollt.

Vorsicht ist angebracht, wenn:

  • Login-Bereiche wie ein Kundenportal, ein Partnerbereich oder geschützte Downloads für Bestandskunden in der Website stecken,
  • die Website gleichzeitig Wissensdatenbank mit tausenden Dokumenten und komplexer Suche ist,
  • Produkt- oder Preisdaten live aus Billing, ERP oder PIM kommen,
  • viele Länder- oder Markenseiten mit eigenen Teams und abgestuften Rechten zusammenhängen,
  • interne Compliance-Vorgaben Hosting auf eigenen Servern verlangen.

Nichts davon ist automatisch ein Dealbreaker. Vieles lässt sich über Integrationen lösen, und Webflow Enterprise bringt zusätzliche Rollen, Publishing-Workflows und höhere Limits mit. Oft ist aber ein hybrider Ansatz sinnvoller: Die Marketing-Website zieht zu Webflow, Kundenportal oder Docs bekommen ein eigenes Tool unter einer Subdomain. So gewinnt das Marketing seine Geschwindigkeit, ohne dass ihr Produktfunktionen in ein Website-Tool zwingt.

Was sich für euer Team ändert

TYPO3 und Webflow denken Websites unterschiedlich. In TYPO3 setzen Redakteure Seiten aus Inhaltselementen im Seitenbaum zusammen, und vieles im Hintergrund steuert TypoScript. In Webflow baut ein Designer ein Component-System, und das Marketing kombiniert die Components zu neuen Landingpages und Feature Pages. Diese Übersicht hilft, euer TYPO3-Setup in Webflow-Begriffe zu übersetzen:

In TYPO3In WebflowWas ihr wissen solltet
SeitenbaumPages und OrdnerDie Struktur bleibt ähnlich, die URLs legt ihr in der Page Structure neu fest
Inhaltselemente (Text, Bild, Akkordeon …)Components mit Props und SlotsDas Marketing baut Seiten aus freigegebenen Components statt aus freien Elementen
Backend Layouts und Grid ElementsPage Templates und Layout-ComponentsWeniger freie Raster, dafür ein konsistentes Design über alle Pages
TypoScriptWebflow Designer, CMS-Filter, Conditional VisibilityEs gibt kein Gegenstück, die Logik wird neu gebaut
News-Extension und andere DatensätzeCMS Collections (Blog, Case Studies, Changelog …)Strukturierte Inhalte lassen sich gut per CSV oder API importieren
Formular-ExtensionsWebflow-Formulare oder Formulare aus dem CRMDemo-Requests und Sign-ups direkt ins CRM, nicht nur in die Webflow-Inbox
Suche (indexed_search, Solr)Integrationen wie Finsweet oder AlgoliaFür Docs und Help Center meist ein eigenes Tool statt Website-Suche
Backend-BenutzergruppenRollen im WorkspaceWebflow arbeitet mit Rollen statt seitengenauer Rechte, Enterprise bietet mehr Abstufungen
fileadminWebflow Assets oder euer Marketing-Automation-ToolWhitepaper und Datasheets am besten als Gated Content mit Tracking
Sprachen über Site ConfigurationWebflow Localization mit UnterverzeichnissenÜbersetzungs-Fallbacks funktionieren anders, dazu mehr bei den Fallstricken
Eigenes Hosting, Caching, UpdatesHosting, CDN und SSL von WebflowServer-Wartung und Security-Patches entfallen

Der wichtigste Punkt dieser Tabelle: Ihr portiert TYPO3 nicht, ihr baut die Website auf einem neuen Fundament neu auf. Der Content zieht um, die Technik dahinter nicht. Das ist mehr Arbeit als ein reiner Datenexport, aber auch die Chance, Altlasten wie ungenutzte Extensions oder Pages ohne einheitliches Design loszuwerden. Wie wir solche Projekte als Webflow Enterprise Partner aufsetzen, zeigt unsere Agenturseite.

Der Migrations-Check: fünf Fragen, bevor ihr Angebote vergleicht

Ob eine TYPO3-Migration sechs Wochen oder vier Monate dauert, entscheidet sich selten an der Seitenzahl. Es entscheidet sich daran, wie der Content gebaut ist und was im Hintergrund läuft. Klärt diese fünf Fragen, bevor ihr den Scope festlegt:

  1. Ist euer Content strukturiert oder als Einzelseiten gebaut? News, Events oder Case Studies liegen in TYPO3 oft als Datensätze vor und lassen sich sauber exportieren. Ratgeber, Glossare, Use Cases oder Feature Pages wurden dagegen häufig als einzelne Seiten aus Inhaltselementen zusammengesetzt, jede ein bisschen anders. Bei einem SaaS-Kunden lag genau so ein Wissensbereich mit über hundert Seiten vor. Jede Seite musste einzeln in ein einheitliches CMS-Template überführt werden, und das war der größte Posten im Projekt.
  2. Welche Extensions laufen, und welche davon sind wirklich business-kritisch? Listet alle aktiven Extensions auf und markiert, was davon heute genutzt wird. Erfahrungsgemäß fällt ein großer Teil weg, weil Webflow die Funktion mitbringt oder niemand sie mehr braucht.
  3. Wie ist die Mehrsprachigkeit aufgebaut? Wie viele Sprachen gibt es, sind alle Pages übersetzt, und wer owned die Übersetzungen? Liegen Sprachversionen auf eigenen Domains oder sogar in getrennten Installationen, ist das deutlich mehr Aufwand als Unterverzeichnisse.
  4. Wie viele Dateien liegen in fileadmin, und wer verlinkt darauf? Whitepaper, Datasheets und Sales-Decks sind oft extern verlinkt, von Partnern, aus Newslettern oder direkt vom Sales-Team. Jede dieser Dateien braucht ein neues Zuhause und einen Redirect.
  5. Welche Systeme hängen an der Website? Für SaaS sind das vor allem: das CRM für Demo-Requests mit sauberem Lead-Routing, der Trial-Sign-up mit Übergabe ins Produkt, Demo-Booking, Marketing Automation, Tracking und Consent, dazu oft ein Changelog oder Status-Seiten. Jede Integration muss in Webflow neu angebunden oder bewusst ersetzt werden, und jede gehört auf die Testliste vor dem Go-live.

Dann der wichtigste Schritt: Testet den Export mit drei bis fünf echten Pages, bevor ihr den Gesamtaufwand plant. Nehmt dabei bewusst die kompliziertesten, nicht die einfachsten. Was dabei schiefgeht, passiert später hundertfach.

Der Ablauf in sechs Schritten

Der grundsätzliche Ablauf entspricht jedem Relaunch. Bei TYPO3 kommen in jedem Schritt eigene Besonderheiten dazu.

1. Baseline sichern und alte Redirects einsammeln

Exportiert Search-Console-Daten, Conversions pro Page (Demo-Requests, Trial-Sign-ups, Downloads), Backlinks und einen vollständigen Crawl der alten Website. Bei TYPO3 kommt etwas dazu, das gern vergessen wird: Redirects liegen oft an mehreren Stellen gleichzeitig. Im Redirects-Modul des Backends, in der .htaccess auf dem Server und bei älteren Installationen in Konfigurationen früherer URL-Extensions. Sammelt alle ein, sonst laufen nach dem Launch Links ins Leere, die seit Jahren funktioniert haben.

2. Content-Inventar erstellen und zuordnen

Ordnet jede Page einem von drei Typen zu: statische Page in Webflow (Homepage, Pricing, About), Eintrag in einer CMS Collection (Blog, Case Studies, Use Cases, Glossar, Changelog) oder bewusst entfernen. Hier entscheidet sich, welcher heute als Einzelseite gebaute Content künftig in Collections liegt. Das ist Mehraufwand bei der Migration, spart aber bei jeder neuen Page, die euer Marketing später selbst launcht.

3. Page Structure und URLs festlegen

Legt alle Pages mit neuer URL, Title und Index-Status in einem Sheet fest und lasst sie vom Owner freigeben, bevor das Redirect-Mapping startet. Bei TYPO3 stellt sich dabei eine typische Frage: Behaltet ihr die bestehende URL-Struktur, oder räumt ihr auf, etwa bei .html-Endungen oder tief verschachtelten Pfaden? Jede geänderte URL braucht einen Redirect. Unser Page-Structure-Sheet könnt ihr als Vorlage nutzen.

4. Templates und Components bauen

In Webflow entsteht ein Component-System statt einzelner Pages: Hero Sections, Feature Blocks, Social Proof, Comparison Tables, CTA Sections. Wichtig bei TYPO3: Erfasst alle Inhaltselemente, die auf den bestehenden Pages tatsächlich vorkommen, nicht nur die auf einer Beispielseite. Akkordeons, Tabs, Tabellen, eingebettete Videos, Download-Boxen. Was im Template fehlt, fällt erst bei der Migration auf und kostet dann doppelt.

5. Content exportieren und importieren

Strukturierte Datensätze wie News exportiert ihr per Datenbank-Export oder Schnittstelle als CSV und importiert sie in die passende Collection. Einzelseiten lassen sich nicht so einfach exportieren: Sie werden gecrawlt, mit AI-Unterstützung in die neue Struktur gebracht und von Menschen geprüft. AI ist dabei eine große Hilfe beim Umstrukturieren und Übersetzen, jede inhaltliche Änderung muss aber kontrolliert werden. Gut rankende Pages zieht ihr 1:1 um und optimiert sie erst nach dem Launch.

6. Redirects, QA und Go-live

Erstellt das vollständige Redirect-Mapping inklusive der alten TYPO3-Redirects und der typischen URL-Muster aus dem nächsten Abschnitt. In Webflow ladet ihr die komplette Liste per CSV hoch, denn ein Import ersetzt alle bestehenden Einträge. Vor dem Go-live testet ihr jeden Demo-Request und jeden Trial-Sign-up bis ins CRM bzw. bis ins Produkt. Danach folgen mindestens zwölf Wochen Monitoring. Was dabei aus SEO-Sicht wichtig ist, zeigt unser Artikel zum Website-Relaunch ohne SEO-Verlust. Alle Schritte mit Owner und Timing findet ihr in der Website-Relaunch-Checkliste.

TYPO3-URL-Muster und wie ihr sie umleitet

TYPO3-Websites tragen oft URLs aus mehreren Generationen mit sich: alte Links aus der Zeit vor sprechenden URLs, .html-Endungen aus früheren Konfigurationen, Sprachparameter. Google kennt viele davon noch, und externe Websites verlinken darauf. Diese Muster solltet ihr im Crawl und in den Backlinks gezielt suchen:

MusterBeispielSo leitet ihr um
.html-Endung/produkt/funktionen.htmlAuf die neue URL ohne Endung. Bei vielen Seiten per Muster-Regel statt einzeln
Alte Seiten-IDs/index.php?id=123Jede ID einer neuen Seite zuordnen. Webflow-Redirects arbeiten mit Pfaden, Parameter lassen sich dort nicht zuverlässig abfangen. Dafür eine Regel auf DNS- oder Edge-Ebene einplanen, etwa über Cloudflare
Sprachparameter/seite?L=1 oder /index.php?id=123&L=1Auf die passende Sprachversion im Unterverzeichnis, etwa /en/seite. Gleiches Vorgehen wie bei Parametern oben
News-Detailseiten/news/detail/news/titel-des-artikels/Auf /blog/titel-des-artikels. Bei gleichem Slug reicht eine Muster-Regel für das ganze Verzeichnis
Dateien in fileadmin/fileadmin/user_upload/whitepaper.pdfAuf den neuen Speicherort der Datei. Extern verlinkte Dateien haben Priorität
Trailing Slash und Großschreibung/Loesungen/ und /loesungenAlle Varianten, die im Crawl oder in den Backlinks auftauchen, auf genau eine Ziel-URL
Alte Redirects aus TYPO3Einträge im Redirects-Modul oder in der .htaccessAuf das neue finale Ziel aktualisieren, damit keine Redirect-Ketten entstehen

Nicht jede dieser Varianten muss einzeln umgeleitet werden. Priorität haben alle URLs mit Traffic, Rankings oder Backlinks sowie alle, die in Paid-Kampagnen, Sales-Decks, Newslettern oder auf Partner-Websites verlinkt sind. Für den Rest reichen Muster-Regeln für ganze Verzeichnisse, und Seiten ohne passenden Ersatz bekommen einen 404 oder 410 statt eines Redirects auf die Startseite.

Was kostet eine Migration von TYPO3 zu Webflow, und wie lange dauert sie?

Die Spanne hängt fast vollständig davon ab, was ihr neben der Plattform noch verändert. Für B2B-SaaS-Websites sehen wir in unseren Projekten diese Größenordnungen:

UmfangKosten (Richtwert)Dauer
Technische Migration, Design und Inhalte bleibenab ca. 20.000–25.000 €6–10 Wochen
Migration mit neuem Designab ca. 30.000 €ca. 3 Monate
Komplett-Relaunch inkl. neuer Inhalteca. 40.000–60.000 €, Enterprise bis 100.000 € und mehr3–6 Monate

Bei TYPO3 treiben vor allem vier Faktoren den Aufwand nach oben: viele individuell gebaute Einzelseiten statt strukturierter Datensätze, Extensions mit Funktionen, die ersetzt werden müssen, mehrere Sprachen und eine große Zahl an Downloads in fileadmin.

Die richtige Vergleichsrechnung

Vergleicht nicht nur die Projektkosten, sondern die Total Cost of Ownership über drei Jahre. Auf der TYPO3-Seite gehören dazu:

  • Hosting, Server-Betrieb und Monitoring,
  • regelmäßige Updates und Sicherheitspatches,
  • das nächste Major-Upgrade samt Extension-Anpassungen, oder ELTS,
  • Agentur- oder Entwicklerstunden für Änderungen, die das Marketing nicht selbst umsetzen kann.

Auf der Webflow-Seite stehen die Migration, die Lizenzkosten für Website- und Workspace-Plan und Optimierungen, die ihr künftig selbst oder mit einem Retainer umsetzt. Der Posten, der in solchen Rechnungen am häufigsten fehlt, ist der letzte auf der TYPO3-Seite: die vielen kleinen Tickets für Copy-Änderungen, neue Landingpages, Feature Pages zum Release und Kampagnen. Dazu kommen die Opportunity Costs, wenn eine Kampagne eine Woche später live geht als geplant. Schaut euch dafür die Rechnungen der letzten zwölf Monate an.

Zur Dauer: Der größte Zeitfaktor ist bei TYPO3-Migrationen selten die Technik. Es ist die Überführung der Einzelseiten und die Abstimmung der Inhalte in eurem Team. Je früher ihr den Migrations-Check macht, desto genauer wird die Planung.

Typische Fallstricke aus TYPO3-Migrationen

Diese Fehler sehen wir bei TYPO3-Migrationen immer wieder. Fast alle lassen sich mit sauberer Planung vermeiden.

  • Das Template basiert auf einer einzigen Beispielseite. Die Beispielseite enthält nie alle Inhaltselemente, die auf den anderen hundert Pages verwendet wurden. Erfasst per Crawl, welche Elemente pro Page Type tatsächlich vorkommen.
  • Einzelseiten werden als Export-Aufgabe unterschätzt. Was in TYPO3 als individuelle Seite gebaut wurde, lässt sich nicht per Knopfdruck in eine Collection überführen. Plant die Handarbeit ein und klärt schriftlich, wer sie owned.
  • Redirects aus dem Backend oder der .htaccess fehlen. Der Crawl zeigt nur, was heute verlinkt ist, nicht die Weiterleitungen, die TYPO3 im Hintergrund ausführt.
  • Parameter-URLs werden vergessen. Alte Links mit index.php?id= oder Sprachparametern tauchen im Crawl selten auf, stehen aber noch in Backlinks und Lesezeichen.
  • Der Übergang zur App bricht. Sign-up- und Login-Buttons, die auf app.domain.de führen, UTM-Parameter, die bis in den Trial-Sign-up durchgereicht werden müssen, Cross-Domain-Tracking zwischen Website und Produkt. Was in TYPO3 irgendwann mal eingerichtet wurde, muss in Webflow bewusst neu gebaut und getestet werden, sonst fehlt euch ab dem Go-live die Attribution für Trials.
  • Übersetzungs-Fallbacks verschwinden. TYPO3 zeigt fehlende Übersetzungen je nach Konfiguration in der Standardsprache an. In Webflow bleibt eine nicht übersetzte Page leer oder fehlt. Prüft vorab, welche Pages in welchen Sprachen wirklich übersetzt sind.
  • Gated Content geht verloren. Whitepaper und Datasheets in fileadmin sind oft aus Newslettern, Sales-Sequenzen oder von Partnern verlinkt. Ohne neuen Speicherort und Redirect laufen diese Links ins Leere, und ihr verliert Leads.
  • Rechte werden 1:1 erwartet. Wer in TYPO3 seitengenaue Rechte für viele Backend-Gruppen hatte, muss das Rollenkonzept in Webflow neu denken und für feinere Abstufungen gegebenenfalls Enterprise einplanen.
  • Im Zuge der Migration wird zu viel gelöscht. Große TYPO3-Websites enthalten viele alte Pages. Löscht nicht auf einen Schlag ganze Bereiche, sondern entscheidet pro Page anhand von Traffic, Rankings und Backlinks, und räumt lieber nach dem Launch weiter auf.

Dahinter steht dasselbe Prinzip wie bei jedem Relaunch: Foundation first, also erst das Fundament migrieren, dann optimieren. Wie das im Detail aussieht, beschreibt unser Website-Relaunch-Guide.

Häufige Fragen zur Migration von TYPO3 zu Webflow

Wie lange dauert eine Migration von TYPO3 zu Webflow?

Eine technische Migration, bei der Design und Inhalte bleiben, dauert 6 bis 10 Wochen. Mit neuem Design sind es rund 3 Monate, ein Komplett-Relaunch mit neuen Inhalten dauert 3 bis 6 Monate. Am stärksten beeinflusst die Zahl individuell gebauter Einzelseiten die Dauer.

Was kostet der Wechsel von TYPO3 zu Webflow?

Ab etwa 20.000 bis 25.000 € für eine technische Migration, ab etwa 30.000 € mit neuem Design und 40.000 bis 60.000 € für einen Komplett-Relaunch. Vergleicht diese Kosten mit dem nächsten TYPO3-Upgrade und den laufenden Kosten über drei Jahre.

Lohnt sich ein Upgrade auf TYPO3 v14 mehr als ein Wechsel?

Wenn euer Team gut mit TYPO3 arbeitet und ihr Funktionen wie Login-Bereiche oder tief integrierte Daten nutzt, ja. Wenn die Website vor allem Marketing-Website ist und jede neue Landingpage über Entwickler läuft, ist der Wechsel meist die bessere Investition.

Verlieren wir beim Wechsel unsere Rankings?

Nicht, wenn die Migration sauber geplant ist. Entscheidend sind ein vollständiges Redirect-Mapping inklusive alter TYPO3-URLs, gleichwertige Inhalte auf gut rankenden Seiten und ein Monitoring über mindestens zwölf Wochen. Bei einer reinen Plattform-Migration sehen wir oft sogar einen Uplift durch das bessere technische Fundament.

Können TYPO3-Inhalte automatisch importiert werden?

Strukturierte Datensätze wie News lassen sich per CSV oder Schnittstelle importieren. Individuell gebaute Seiten müssen dagegen in die neue Struktur überführt werden. AI beschleunigt das deutlich, das Ergebnis muss aber geprüft werden.

Was passiert mit unseren TYPO3-Extensions?

Sie ziehen nicht mit um. Für jede geschäftskritische Funktion gibt es eine Lösung in Webflow selbst, eine Integration oder einen bewussten Verzicht. Erfahrungsgemäß werden viele Extensions gar nicht mehr gebraucht.

Was passiert mit App, Login und Help Center?

Sie gehören nicht in die Marketing-Website. Die App bleibt Teil eures Produkts, Help Center und Docs bekommen ein spezialisiertes Tool unter einer eigenen Subdomain. Webflow übernimmt die Marketing-Website, und die Übergänge, also Sign-up- und Login-Buttons, UTM-Parameter und Cross-Domain-Tracking, werden bewusst neu gebaut und getestet.

Können wir schrittweise migrieren?

Ja, etwa mit einem hybriden Ansatz: Die Marketing-Website zieht zu Webflow, ein Kundenportal oder die Docs bleiben vorerst im bisherigen System unter einer Subdomain. Eine Website, deren Pages teils in TYPO3 und teils in Webflow unter derselben Domain liegen, ist dagegen aufwendig und nur in Ausnahmefällen sinnvoll.

Kann unser Marketing-Team Webflow ohne Entwickler pflegen?

Ja, wenn die Website als Component-System aufgebaut ist. Dann launcht euer Marketing neue Landingpages, Feature Pages und Use Cases aus freigegebenen Components, ohne das Design zu brechen. Eine kurze Einweisung reicht in der Regel aus.

Ihr überlegt, von TYPO3 zu Webflow zu wechseln? So setzen wir einen Website-Relaunch für B2B SaaS auf. Oder ihr bucht direkt einen kostenlosen Strategie-Call, und wir machen gemeinsam den Migrations-Check für eure Website.

Yannik Moll

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