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Published on

October 20, 2026

Website-Relaunch ohne SEO-Verlust: So schützt ihr eure Rankings

Yannik Moll

CEO

Table Of Contents

Fragt man SaaS-Marketing-Teams nach ihrer größten Sorge vor einem Website-Relaunch, hört man fast immer dasselbe: Rankings verlieren. Die Sorge ist berechtigt. Organische Suche bringt oft einen großen Teil der Demo-Requests, und ein Relaunch kann Jahre an Arbeit unbemerkt zunichtemachen.

Die meisten Horrorgeschichten haben aber eines gemeinsam. Der SEO-Verlust kam nicht vom neuen Design oder vom neuen CMS. Er kam von Entscheidungen, die niemand mit SEO verbunden hat: URLs, die sich ohne Redirect geändert haben, Texte, die fürs neue Layout gekürzt wurden, eine Seitenstruktur, die sich nach dem Redirect-Mapping noch einmal verändert hat.

Genau darum geht es in diesem Artikel. Nicht um den gesamten Relaunch-Ablauf (der steht in unserem Website-Relaunch-Guide für SaaS), sondern um die Frage, die für organisches Wachstum am wichtigsten ist: Wie überstehen Rankings, Traffic und AI Visibility den Umzug? Er basiert auf Relaunches und Migrationen für über 120 Software-Unternehmen, von TYPO3, WordPress und anderen Systemen zu Webflow.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Relaunch-Typ bestimmt das SEO-Risiko. Eine Plattform-Migration mit unveränderten Inhalten und URLs kostet selten Rankings. Ein Domainwechsel ist das Gegenteil.
  • Der beste Redirect ist keiner. Jede URL, die ihr nicht ändert, ist ein Risiko, das ihr nicht eingeht.
  • Behaltet, was rankt. Seiten, die heute performen, werden zuerst 1:1 übernommen. Optimiert wird nach dem Launch, wenn ihr den Effekt messen könnt.
  • Die Reihenfolge zählt: erst die freigegebene Page Structure, dann das Redirect-Mapping, dann das Schema Markup.
  • Stabile Rankings in Woche eins heißen nichts. Google verarbeitet geänderte URLs nach und nach, also überwacht mindestens zwölf Wochen.

Verliert man bei einem Relaunch wirklich Traffic?

Die ehrliche Antwort: Das hängt fast vollständig davon ab, was ihr verändert. „Relaunch“ reicht vom reinen CMS-Wechsel bis zum kompletten Neubau auf einer neuen Domain, und das SEO-Risiko ist jeweils völlig unterschiedlich.

Relaunch-TypWas sich ändertSEO-RisikoWas ihr erwarten könnt
Plattform-MigrationTechnik und CMS. Inhalte und URLs bleibenNiedrigStabil, oft ein Uplift durch besseres Technical SEO
Design-RelaunchDesign und Templates. Inhalte bleiben 1:1NiedrigStabil, solange die Templates keine Inhalte verlieren
Komplett-RelaunchTechnik, Design, Inhalte und SeitenstrukturMittel bis hochHängt davon ab, wie kontrolliert ihr vorgeht
DomainwechselDie Domain, meist plus weitere ÄnderungenSehr hochLange Erholungsphase möglich

Plattform-Migrationen und Design-Relaunches kosten selten Rankings, weil Google dieselben Inhalte unter denselben URLs sieht. In unseren Projekten ist ein kurzer Dip nach einer sauberen Migration meist nach ein bis zwei Wochen verschwunden. Ältere Plattformen haben oft technische Lücken, etwa fehlendes Schema Markup oder langsame Templates. Viele Migrationen enden deshalb sogar mit mehr Sichtbarkeit als vorher.

Komplett-Relaunches sind der kritische Fall. Wenn sich Technik, Design, Inhalte und URLs gleichzeitig ändern, könnt ihr hinterher nicht sagen, welche Änderung einen Verlust ausgelöst hat, und ihn auch nicht gezielt rückgängig machen. Bei größeren Änderungen kann es bis zu zwölf Wochen dauern, bis sich die Rankings stabilisieren.

Domainwechsel spielen in einer anderen Liga. Die gesamte Autorität, die ihr aufgebaut habt, hängt an eurer Domain, und der Umzug dauert. Eine große Studie zu Domain-Migrationen kam im Schnitt auf 523 Tage, bis der organische Traffic wieder das alte Niveau erreichte. 17 % der Seiten hatten sich auch nach 1.000 Tagen nicht erholt. Braucht ihr einen Domainwechsel, holt euch eine spezialisierte SEO-Agentur dazu.

Deshalb sind auch die meisten Statistiken nach dem Muster „Relaunches verlieren X % Traffic“ irreführend. Sie stammen meist aus Domainwechseln oder unkontrollierten Komplett-Relaunches, nicht aus sauberen Plattform-Migrationen.

Warum Rankings nach einem Relaunch fallen

Wenn die Rankings nach einem Relaunch fallen, liegt es fast nie daran, dass Google die neue Website „nicht mag“. Meist steckt eines dieser sehr konkreten Probleme dahinter:

  1. URLs haben sich ohne Redirect geändert. Die alten URLs liefern einen 404, und die Rankings und Backlinks dahinter sind weg. Das passiert öfter versehentlich als absichtlich, etwa weil das neue CMS Slugs, Bindestriche oder Trailing Slashes anders behandelt.
  2. Die Redirects der alten Plattform wurden vergessen. Die meisten Websites haben schon eigene Redirects, teils auf wichtige Seiten. Werden sie nicht übernommen, brechen auch diese Pfade.
  3. In den neuen Templates ist Content verloren gegangen. Texte wurden fürs Layout gekürzt, eine H1 ist verschwunden, FAQ-Sektionen fehlen, interne Links wurden entfernt. Die URL ist dieselbe, aber Google sieht eine schwächere Seite.
  4. Seiten wurden zu aggressiv zusammengelegt oder gelöscht. Auch Seiten mit wenig Traffic tragen zu eurer thematischen Autorität bei. Wer einen großen Block davon auf einmal löscht, kann verwandte Seiten mit nach unten ziehen.
  5. Zwei Seiten konkurrieren jetzt um dasselbe Thema. Eine neue Feature Page und eine neue Use-Case Page zielen auf dasselbe Keyword und kannibalisieren sich.
  6. Technische Reste aus dem Staging. Ein vergessener noindex-Tag, eine robots.txt, die alles blockiert, Canonicals auf die Staging-Domain. Das sind die häufigsten Fehler direkt nach dem Launch.
  7. Interne Links zeigen auf alte URLs. Jeder interne Link läuft jetzt über einen Redirect oder, schlimmer, in einen 404.

Auffällig ist, was in der Liste fehlt: das Design selbst. Ein neues Design schadet den Rankings selten, solange es keinen der Punkte oben verändert. Das ist die gute Nachricht, denn jede Ursache auf dieser Liste lässt sich mit Planung verhindern.

Bevor ihr startet: die SEO-Baseline sichern

Schützen könnt ihr nur, was ihr gemessen habt. Bevor sich irgendetwas ändert, haltet ihr den Ist-Zustand fest. Diese Baseline ist euer Vergleichswert nach dem Launch und die Grundlage für jede SEO-Entscheidung im Projekt.

Prüft zuerst, ob ihr eurem Tracking trauen könnt. In vielen Relaunches finden wir Tracking, das nie sauber aufgesetzt wurde: doppelt gezählte Conversions, gar nicht erfasste Formulare, Events, die seit Jahren nicht mehr feuern. Dann habt ihr keine verlässliche Grundlage, um zu entscheiden, welche Seiten wichtig sind, und später keinen Vergleichswert. Bringt das zuerst in Ordnung, zum Beispiel mit einem sauberen Tracking-Setup mit GA4 und Google Tag Manager.

Dann exportiert ihr:

  • Search-Console-Daten pro URL für mindestens zwölf Monate: Klicks, Impressionen, durchschnittliche Position, Top-Queries.
  • Conversions pro Seite, vor allem Demo-Requests und Trial-Sign-ups, inklusive Zeitraum und Conversion-Definition.
  • Einen vollständigen Crawl der alten Website mit jeder URL, Status Code, Title, Meta Description, H1 und Canonical.
  • Backlinks pro URL, inklusive PDFs und Bildern, auf die andere Websites verlinken.
  • Alle bestehenden Redirects der alten Plattform.
  • AI Visibility: wie oft ihr bei 10 bis 20 relevanten Prompts in ChatGPT, Perplexity und Google AI Mode genannt werdet.

Aus diesen Daten markiert ihr eure geschützten Seiten: jede URL mit nennenswertem Traffic, Rankings, Conversions oder Backlinks. Diese Seiten bekommen für den Rest des Projekts eine Sonderbehandlung.

Ein Wort der Vorsicht: Daten brauchen Kontext. Wir haben erlebt, dass ein Content-Audit eine Seite zum Löschen vorgeschlagen hat, weil sie in drei Monaten kaum Traffic hatte. Sie war erst drei Wochen online. Lasst jemanden, der die Inhalte kennt, die Daten prüfen, bevor entschieden wird.

Redirects: planen, mappen, testen

Redirects sind das Herzstück jeder SEO-Migration. Ein 301-Redirect sagt Google, dass eine URL dauerhaft umgezogen ist und die Signale der alten Seite auf die neue übergehen sollen. Wer hier Fehler macht, rettet die Rankings auch mit gutem Content nicht.

Die richtige Reihenfolge

Die größten Redirect-Probleme entstehen nicht in der Redirect-Liste, sondern davor:

  1. Zuerst die Page Structure freigeben. Jede Seite mit neuer URL, Title und Index-Status in einem Sheet. Unser Page-Structure-Sheet könnt ihr als Vorlage nutzen.
  2. Dann das Redirect-Mapping vom alten Crawl auf die neue Struktur aufbauen.
  3. Dann das Schema Markup, das ebenfalls von den finalen URLs abhängt.

Wer URLs ändert, nachdem das Mapping steht, macht die Arbeit doppelt oder produziert Lücken. In einem Projekt wurde der Blog kurz vor dem Launch in „Ressourcen“ umbenannt. An die Redirects dachte niemand, und alle alten Blog-URLs liefen ins Leere.

Die Regeln

  • Der beste Redirect ist keiner. Lasst URLs unverändert, wo es keinen guten Grund für eine Änderung gibt. Achtet auf versehentliche Änderungen durch das neue CMS: andere Slug-Logik, Bindestriche, Trailing Slashes, Großbuchstaben.
  • Jede URL mit Wert auf die passendste Seite mappen. Nicht auf die nächstbeste Kategorie, nicht auf die Homepage. Massen-Redirects auf die Homepage wertet Google wie fehlende Seiten.
  • 404 oder 410 für Seiten ohne echten Ersatz. Das ist besser als ein Redirect auf etwas Unpassendes.
  • Direkt aufs finale Ziel zeigen. Keine Redirect-Ketten: Jede alte URL erreicht ihr Ziel in einem Schritt.
  • Die Redirects der alten Plattform übernehmen und auf die neuen finalen URLs aktualisieren.
  • Muster nutzen, wo es geht. Wildcard-Regeln für ganze Verzeichnisse, etwa alles unter /blog/, halten die Liste schlank.
  • Dateien nicht vergessen. PDFs, Bilder und andere Assets mit Backlinks brauchen ebenfalls Redirects.
  • Redirects dauerhaft behalten. Google empfiehlt mindestens ein Jahr. Wir empfehlen, sie nie zu entfernen, weil externe Links und Lesezeichen jahrelang auf alte URLs zeigen.

Wer entscheidet, wohin eine Seite geht

Für Seiten, die bleiben, ist das Mapping reine Fleißarbeit. Für zusammengelegte oder entfernte Seiten ist es eine inhaltliche Entscheidung: Welche neue Seite beantwortet wirklich dieselbe Frage? Lasst diese Ziele von jemandem aus eurem Content-Team prüfen. AI beschleunigt das Mapping deutlich, etwa beim Abgleich alter und neuer URLs oder bei der Prüfung, ob es schon einen Redirect gibt. Die finale Zuordnung sollte aber immer ein Mensch prüfen.

Temporäre Redirects vor der Umstellung

Manchmal braucht ihr Redirects, bevor die neue Website live ist, etwa wenn Teile der alten Seite schon zusammengeführt werden. Für solche Übergangsphasen nutzt ihr temporäre Redirects (302 oder 307). Browser speichern einen 301 hartnäckig zwischen, ein zu früh gesetzter 301 lässt sich also schwer rückgängig machen. Sobald die neue Website live ist, sind die finalen Redirects immer 301.

Vorher und nachher testen

Testet die komplette Redirect-Liste vor dem Launch auf Staging. Nach der Umstellung prüft ihr die wichtigsten URLs einzeln und den Rest per Redirect-Checker. Jeder Redirect sollte einen 301 liefern und auf einer Seite mit Status 200 landen.

Content-Parität: behalten, was rankt

Ein Redirect überträgt die Signale von der alten auf die neue URL. Ist die neue Seite aber schwächer als die alte, folgen die Rankings dem Content, nicht dem Redirect. Deshalb ist Content-Parität genauso wichtig wie die Redirect-Liste.

Geschützte Seiten zuerst 1:1 migrieren

Das ist das Prinzip, das wir Foundation first nennen und das sich durch unseren ganzen Website-Relaunch-Guide zieht. Seiten, die heute gut ranken oder konvertieren, ziehen mit unverändertem Content ins neue Design um. Neues Design und neue Technik ja, neue Texte nein. Neu geschrieben wird nur, was ohnehin schwach ist oder für das neue Positioning zwingend nötig ist, etwa die Homepage.

Das klingt vorsichtig, ist aber der einzige Weg, Effekte messbar zu halten. Wer Design, Content und URLs gleichzeitig ändert und dann Rankings verliert, wird nie wissen, welche Änderung schuld war. Sobald die neue Website stabil läuft, optimiert ihr die geschützten Seiten nacheinander und könnt jede Änderung ihrem Ergebnis zuordnen.

Was „derselbe Content“ bedeutet

Prüft für jede geschützte Seite, ob die neue Version Folgendes behält:

  • denselben Keyword-Fokus und dieselbe H1,
  • mindestens so viel Text, inklusive FAQs und ergänzender Sections,
  • den bestehenden Title Tag und die Meta Description,
  • die internen Links, die auf die Seite und von ihr weg zeigten,
  • Bilder mit Alt-Text, Tabellen und eingebettete Inhalte.

Die häufigste Falle ist das Template. Ein schönes Layout, in dem der bestehende Text einer gut rankenden Seite keinen Platz mehr hat, ist ein SEO-Risiko. Testet jedes Template mit dem längsten echten Inhalt seines Typs, nicht mit Platzhaltertext.

Migrations-Fallen, die Content kosten

Bei der Migration geht oft Content verloren, ohne dass es jemand merkt. Drei Dinge solltet ihr früh prüfen:

  • Statisch statt strukturiert. Glossare, Guides oder Ratgeber wurden im alten System oft als einzelne statische Seiten gebaut. Sie in ein CMS-Template zu überführen bedeutet manuelle Nacharbeit, und dabei fällt einiges unter den Tisch.
  • Exporte, die nicht alles erfassen. Page Builder wie Elementor in WordPress binden Elemente ein, die sich nicht als strukturierte Daten exportieren lassen.
  • Templates auf Basis einer Beispielseite. Eine einzelne Beispielseite enthält selten alle Elemente, die tatsächlich vorkommen: Tabellen, Embeds, Downloads, Akkordeons, Infoboxen. Crawlt alle Seiten eines Typs, um sie zu finden.

Nicht zu viel löschen

Relaunches gelten oft als Chance zum Aufräumen. Für einzelne Seiten ist das in Ordnung. Wer aber große Content-Blöcke auf einmal löscht, etwa 100 alte Blogartikel, kann seine thematische Autorität schwächen, auch wenn jeder Artikel für sich wenig Traffic hat. Legt zusammen, wo es sinnvoll ist, löscht vorsichtig, und macht das nach dem Launch statt währenddessen.

Technical SEO auf Staging

Alles, was ihr vor dem Launch prüfen könnt, solltet ihr vor dem Launch prüfen. Auf Staging geht ihr durch:

  • Staging ist gesperrt. Passwortschutz oder noindex, damit Google die Testversion nicht indexiert und Duplicate Content entsteht.
  • Titles und Meta Descriptions sind für jede geschützte Seite übernommen und auf jeder indexierbaren Seite vorhanden.
  • Canonicals zeigen auf die finalen Live-URLs, nicht auf Staging. Eine Domain-Variante (mit oder ohne www) ist kanonisch, die andere leitet weiter.
  • Interne Links zeigen direkt auf die neuen URLs. Kein interner Link sollte über einen Redirect laufen.
  • Hart codierte Links im migrierten Content sind ersetzt. Crawlt Staging nach Links auf die alte Domain oder alte URL-Muster.
  • hreflang ist für jede Sprachversion korrekt gesetzt.
  • Schema Markup: Globales Markup wie Organization ist eingebaut und validiert. Inhaltliches Markup wie FAQ oder Preise kommt nur dort hin, wo es jemand pflegt. Seit 2026 zeigt Google keine FAQ-Rich-Results mehr, FAQ-Markup hilft aber weiterhin beim maschinellen Verständnis.
  • Die XML-Sitemap enthält nur finale, indexierbare URLs.
  • Die robots.txt für Live ist vorbereitet und blockiert weder wichtige Bereiche noch AI-Crawler.
  • Bilder sind komprimiert (AVIF oder WebP) und haben Alt-Texte.
  • PageSpeed der Kern-Templates ist geprüft. Rechnet damit, dass Lab-Scores mit euren Marketing-Tags leicht sinken, und bewertet Core Web Vitals nach dem Launch anhand echter Nutzerdaten.

SEO-Besonderheiten in Webflow

Wer zu Webflow umzieht oder auf Webflow relauncht, sollte ein paar Plattform-Details kennen. Hier sehen wir die meisten vermeidbaren Fehler:

  1. Webflow kennt nur 301-Redirects. Für dauerhafte Umzüge ist das genau richtig. Braucht ihr temporäre Redirects für eine Übergangsphase, richtet sie auf DNS-Ebene ein, etwa über Cloudflare.
  2. Ein CSV-Import ersetzt alle bestehenden Redirects. Wer nur die neuen Einträge hochlädt, löscht die alten. Pflegt eine vollständige Liste und ladet immer alles hoch.
  3. Wildcards werden unterstützt. Nutzt Muster-Regeln für ganze Verzeichnisse statt hunderter Einzeleinträge.
  4. Die automatische Sitemap reicht meist. Für die meisten Websites funktioniert die von Webflow erzeugte Sitemap gut. Eine eigene Sitemap lohnt sich erst bei sehr großen Websites.
  5. Localization braucht zusätzliche Checks. Testet mit Webflow Localization, wie sich Redirects auf übersetzte Slugs auswirken. Eine Sprache erscheint erst in der automatischen Sitemap, wenn ihr Unterverzeichnis veröffentlicht ist.
  6. SEO-Felder liegen im CMS. Verknüpft bei CMS-Templates Meta Title, Meta Description und OG-Image während der Migration mit CMS-Feldern, damit sie nicht auf einen generischen Standard zurückfallen.

Als Webflow Enterprise Partner haben wir viele SaaS-Websites zu Webflow migriert. Alle Checks an einem Ort, mit Owner und Timing, findet ihr in unserer Website-Relaunch-Checkliste.

Der Launch-Tag: die SEO-Checks

Der Launch selbst ist vor allem eine technische Umstellung. Aus SEO-Sicht zählen diese Prüfungen, in dieser Reihenfolge:

  1. Die komplette Redirect-Liste hochladen und aktivieren. Dann die wichtigsten URLs einzeln testen und den Rest stichprobenartig.
  2. noindex entfernen und robots.txt prüfen. Ein vom Staging übrig gebliebener noindex-Tag ist der häufigste Fehler nach einem Relaunch, und niemand merkt es, bis der Traffic einbricht.
  3. Canonicals auf den Live-URLs prüfen. Sie sollten auf die Live-Domain zeigen, nicht auf Staging.
  4. Die XML-Sitemap in der Search Console einreichen. So findet Google die neuen URLs schneller.
  5. Einen schnellen Crawl der Live-Website machen. Sucht nach 404-Fehlern, Redirect-Ketten und versehentlich auf noindex gesetzten Seiten.
  6. Tracking prüfen. Analytics und Conversion-Events müssen feuern, damit der Vergleich mit der Baseline ab Tag 1 läuft.
  7. Den genauen Go-live-Zeitpunkt festhalten. Ihr braucht ihn später, um Veränderungen in den Daten richtig zuzuordnen.

Am nächsten Morgen prüft ihr die Search Console auf Crawling-Fehler und Indexierungsprobleme und schaut auf die ersten Conversions. Die meisten Launch-Probleme zeigen sich innerhalb von 24 Stunden. Die komplette Launch-Tag-Liste, inklusive der Punkte jenseits von SEO und mit Owner für jeden Schritt, findet ihr in Phase 7 unserer Relaunch-Checkliste.

Die ersten 90 Tage: was normal ist und was nicht

Hier machen die meisten Teams den Fehler: In den ersten Tagen nach dem Launch sehen die Rankings oft stabil aus, auch wenn etwas schiefgelaufen ist. Google verarbeitet geänderte URLs nach und nach, Probleme zeigen sich deshalb manchmal erst nach zwei bis drei Wochen. Wer das Monitoring nach einer ruhigen ersten Woche einstellt, macht einen Fehler.

ZeitraumWas ihr prüftWas normal ist
Erste 72 StundenRedirects, Indexierung, noindex, robots.txt, Formulare, TrackingEinzelne 404-Fehler, die ihr sofort behebt
Wochen 1 bis 4Search Console: neue 404-Fehler, nicht indexierte Seiten, Klicks und Positionen der geschützten SeitenEin kurzer Dip ist möglich. Nach einer reinen Migration sollte er nach 1 bis 2 Wochen verschwinden
Wochen 4 bis 12Rankings und Klicks pro Seitentyp, Conversions, AI VisibilityBei größeren Änderungen kann es bis zu 12 Wochen dauern, bis sich die Rankings stabilisieren
Ab Monat 3Effekte der ersten OptimierungenErste Effekte nach 4 bis 6 Wochen, deutliche Ergebnisse nach 3 bis 4 Monaten

Vergleicht mit eurer Baseline über vergleichbare Zeiträume und berücksichtigt Saisonalität. Wo sich URLs geändert haben, betrachtet ihr alte und neue URL gemeinsam: Die Klicks der alten URL sollten auf die neue übergehen.

Haltet außerdem zwei Dinge auseinander: SEO-Kennzahlen und Pipeline. Mehr Impressionen bedeuten nicht automatisch mehr Klicks, und mehr Traffic nicht automatisch mehr qualifizierte Leads. Sinken die Conversions in Analytics, während die Demo-Requests im CRM stabil bleiben, prüft zuerst das Tracking, bevor ihr Inhalte anfasst.

Nach zwei bis drei Monaten habt ihr genug Daten der neuen Website, um die bewusst unangetasteten geschützten Seiten zu optimieren. Ab hier zahlt sich der Relaunch aus, und hier setzt unser Growth Plan an.

Rankings verloren? Sucht die Ursache in dieser Reihenfolge

Fällt der Traffic nach den ersten Wochen und erholt sich nicht, fangt nicht an, Inhalte umzuschreiben. Geht die möglichen Ursachen systematisch durch, von der wahrscheinlichsten zur unwahrscheinlichsten:

  1. Werden die Seiten indexiert? Prüft die betroffenen URLs in der Search Console. Ein übrig gebliebenes noindex, ein falscher Canonical oder eine robots.txt-Regel sind die schnellste Erklärung und der schnellste Fix.
  2. Greifen die Redirects? Testet die alten URLs der betroffenen Seiten. Liefern sie einen 301, landen sie in einem Schritt auf der richtigen Seite, und liefert diese einen 200?
  3. Ist die neue Seite schwächer als die alte? Vergleicht den alten Crawl mit der neuen Seite: H1, Title, Textlänge, FAQs, interne Links. Oft ist im neuen Template eine Section verloren gegangen.
  4. Hat sich die interne Verlinkung geändert? War eine Seite früher in der Navigation oder in vielen Artikeln verlinkt und ist es jetzt nicht mehr, verliert sie an Gewicht.
  5. Konkurrieren zwei Seiten? Prüft, ob eine neue Seite jetzt für dieselben Suchanfragen rankt und die Signale aufteilt.
  6. Hat sich die Nachfrage verändert? Schaut auf die Impressionen, nicht nur auf die Klicks. Sind sie im ganzen Markt oder saisonal gesunken, ist der Relaunch womöglich gar nicht die Ursache.

In unserer Erfahrung erklären die ersten drei Punkte die allermeisten echten Verluste nach einem Relaunch. Behebt die Ursache, beantragt die erneute Indexierung der betroffenen URLs und gebt Google ein paar Wochen, die Änderung zu verarbeiten.

AI-Suche und der Relaunch

SEO bedeutet heute nicht mehr nur die blauen Links bei Google. AI Overviews erscheinen bei einem großen Teil der Suchanfragen, und immer mehr B2B-Käufer lassen sich von ChatGPT, Perplexity oder Google AI Mode eine Shortlist geben, bevor sie überhaupt eine Website besuchen. Ein Relaunch beeinflusst auch diese Sichtbarkeit, in beide Richtungen.

Die gute Nachricht: Ihr braucht kein eigenes „GEO-Schema“ und keine spezielle AI-Datei. Was der AI-Suche hilft, ist dasselbe Fundament wie beim klassischen SEO, nur sauber umgesetzt:

  • Vorher und nachher messen. Prüft, wie oft ihr bei denselben Prompts vor dem Relaunch und erneut innerhalb von 30 Tagen danach genannt werdet.
  • AI-Crawler nicht aussperren, es sei denn, ihr habt das bewusst entschieden.
  • Inhalte als Text anbieten. Informationen in Bildern, Slidern oder Häkchen-Tabellen können nicht gelesen oder zitiert werden. Schreibt auf Comparison Pages ein, zwei Sätze pro Zelle statt eines Häkchens.
  • Inhalte um Fragen herum aufbauen. Klare Fragen als Zwischenüberschriften und direkte Antworten darunter machen eure Seiten leicht zitierbar.
  • Entitäten konsistent halten. Firmenname, Produktnamen und Kategorien sollten überall gleich sein, unterstützt durch Organization-Schema.

Ein Relaunch ist ein guter Moment, das anzugehen, weil ihr ohnehin jedes Template anfasst. Behaltet aber Foundation first im Blick: Bei geschützten Seiten verbessert ihr die Struktur, ohne zu verändern, was schon funktioniert.

Die häufigsten SEO-Fehler bei Relaunches

  • SEO zu spät einbinden. Steigt SEO erst ein, wenn Page Structure und Wireframes stehen, kann es nur noch reagieren. In einem Projekt kam SEO acht Wochen zu spät dazu, und die meisten strukturellen Entscheidungen waren da schon gefallen.
  • URLs ändern, die sich nicht ändern mussten.
  • Die Page Structure nach dem Redirect-Mapping noch einmal ändern.
  • Die Redirects der alten Plattform vergessen.
  • Alles auf die Homepage umleiten.
  • Alle Inhalte gleichzeitig neu schreiben, sodass sich keine Änderung ihrem Effekt zuordnen lässt.
  • Templates mit Platzhaltertext testen und dabei Text auf geschützten Seiten verlieren.
  • Große Content-Blöcke während des Relaunches löschen statt danach.
  • noindex nach dem Launch aktiv lassen.
  • In Webflow nur die neuen Redirects hochladen und damit die bestehenden löschen.
  • Das Monitoring nach einer stabilen ersten Woche einstellen.
  • Erfolg an Impressionen messen statt an Leads und Pipeline.

Die meisten dieser Fehler haben dieselbe Ursache: SEO wird als Aufgabe für den Launch-Tag behandelt statt als Verantwortung über das ganze Projekt. Macht eine Person auf eurer Seite ab der ersten Woche zum SEO-Owner, und der Großteil dieser Liste erledigt sich.

FAQ: Website-Relaunch und SEO

Schadet ein Website-Relaunch dem SEO?

Nicht zwangsläufig. Eine Plattform-Migration oder ein Design-Relaunch mit unveränderten Inhalten und URLs kostet selten Rankings und verbessert sie oft sogar durch besseres Technical SEO. Das Risiko steigt, wenn sich Inhalte, Seitenstruktur und URLs gleichzeitig ändern, und ist bei einem Domainwechsel am höchsten.

Wie lange dauert es, bis sich Rankings nach einem Relaunch erholen?

Nach einer sauberen Migration ist ein möglicher Dip meist nach ein bis zwei Wochen vorbei. Bei größeren strukturellen Änderungen kann es bis zu zwölf Wochen dauern, bis sich die Rankings stabilisieren. Ein Domainwechsel kann deutlich länger dauern.

Brauche ich 301-Redirects, wenn sich meine URLs nicht ändern?

Nein. Eine URL, die gleich bleibt, braucht keinen Redirect. Deshalb beginnt die beste Redirect-Strategie damit, URLs wo immer möglich unverändert zu lassen.

Wie lange sollte ich Redirects nach einem Relaunch behalten?

Google empfiehlt mindestens ein Jahr. Wir empfehlen, sie dauerhaft zu behalten, weil externe Links und Lesezeichen oft jahrelang auf alte URLs zeigen.

Sollte ich gelöschte Seiten auf die Homepage umleiten?

Nein. Massen-Redirects auf die Homepage wertet Google wie fehlende Seiten. Leitet auf den inhaltlich passendsten Ersatz um, oder liefert einen 404 oder 410, wenn es keinen gibt.

Kann ich beim Relaunch alle Inhalte neu schreiben?

Könnt ihr, ist aber riskant. Fallen die Rankings, wisst ihr nicht, ob der neue Content, das Design oder die URLs die Ursache waren. Übernehmt gut rankende Seiten zuerst 1:1 und optimiert sie nach dem Launch.

Warum sind meine Rankings erst einige Wochen nach dem Launch gefallen?

Google verarbeitet geänderte URLs nach und nach. Probleme mit Redirects, fehlendem Content oder Indexierung zeigen sich oft erst nach zwei bis drei Wochen. Deshalb sollte das Monitoring mindestens zwölf Wochen laufen.

Beeinflusst ein Relaunch die Sichtbarkeit in ChatGPT und AI Overviews?

Ja. AI-Suche baut auf demselben Fundament auf wie klassisches SEO: crawlbarer Text, klare Struktur und konsistente Entitäten. Messt eure AI Visibility vor und nach dem Relaunch, um den Effekt zu sehen.

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